Selbst betreiben
BesluitBron läuft als öffentlicher Dienst auf besluitbron.nl, und für die normale Nutzung muss nichts installiert werden. Eine Organisation, die ihre Rechercheanfragen nicht aus dem Haus geben will, kann dieselbe Software auf eigener Infrastruktur betreiben. Diese Seite sagt, wann sich das lohnt, was es voraussetzt und wie der Quellcode zu bekommen ist.
Wann sich das lohnt
Die Rechercheanfrage bleibt im Haus. Die öffentliche Installation hält zu jedem Aufruf fest, welches Werkzeug verwendet wurde, mit welchen Argumenten, gegen welche Quelle und mit welchen Suchbegriffen, und bewahrt das neunzig Tage auf. Die Adresse der Besucherin oder des Besuchers wird dabei auf ein Netzpräfix reduziert, die Frage selbst nicht, denn sie ist nötig, um den Dienst nachvollziehbar zu halten. Eine Redaktion, die vor der Veröffentlichung in einem Vorgang gräbt, hinterlässt ihre Rechercherichtung also auf dem Server eines anderen. Auf einer eigenen Installation liegt dieses Protokoll im eigenen Netz, mit einer Aufbewahrungsfrist, welche die Organisation selbst festlegt.
Das Abrufbudget wird zum eigenen. Die Quellplattformen begrenzen je aufrufender Adresse: OpenBesluitvorming auf sechzig gewichtete Einheiten pro Minute, Officiële Bekendmakingen auf einen Eimer von etwa hundert Anfragen, der mit einer pro Sekunde nachfüllt. Eine eigene Installation hat ihr eigenes Budget und teilt es nicht mit allen anderen Nutzenden von besluitbron.nl. Spürbar ist das vor allem bei Massenrecherchen, bei denen Tausende Dokumentverweise in einem Befehl exportiert werden.
Der Dienst kann der Organisation nicht unter den Füßen weggezogen werden. BesluitBron ist kostenlos, wird von einer Stiftung betrieben, und die Nutzungsbedingungen sagen ausdrücklich, dass keine Verfügbarkeit zugesagt wird. Die Software steht unter der EUPL-1.2, wer darauf aufbaut, kann sie also weiterbetreiben, was auch immer mit der öffentlichen Seite geschieht.
Was eine eigene Installation liefert
Dieselben Konnektoren, dieselben Werkzeuge und dieselben Quellen. BesluitBron hält keine eigene Kopie der Unterlagen vor: es liest die öffentlichen Quellplattformen und verweist auf das Original. Die Daten werden auf einer eigenen Installation also weder reicher noch ärmer. Es ändert sich, wer den Dienst führt und wer das Protokoll verwaltet.
Was es voraussetzt
- Eine Umgebung, die Container ausführen kann, auf amd64 oder arm64;
- Ausgehende HTTPS-Verbindungen zu den angebotenen Quellplattformen;
- Ein Datenträgervolumen für das Datenverzeichnis: das Anfrageprotokoll, die Exporte und bei eigenem TLS das Zertifikat;
- Optional PostgreSQL 18, wenn Einstellungen und Protokoll in eine Datenbank gehören statt in Dateien;
- Das Bauen des Container-Images aus dem Quellcode. Ein fertiges Image wird derzeit nicht ausgeliefert, siehe den nächsten Abschnitt.
Das vollständige Vorgehen, mit den Einstellungen, die vor der ersten Erreichbarkeit gesetzt sein müssen, steht in der Installationsanleitung. Diese ist auf Niederländisch.
Wie die Software zu bekommen ist
Der Quellcode steht unter der EUPL-1.2 und wird auf Anfrage bereitgestellt. Eine Anfrage läuft über die Adresse auf der Kontaktseite und wird innerhalb von zwei Arbeitstagen beantwortet. Ein öffentliches Repository gibt es derzeit nicht; der Grund steht im Impressum. Im Quellcode liegt die Dockerfile, mit der die öffentliche Installation selbst gebaut wird, für beide Architekturen.
Ein fertiges Container-Image wird noch nicht ausgeliefert. Das macht eine eigene Installation aufwendiger, als ein Image zu holen, und das steht besser hier als dass es sich nach der Anfrage herausstellt. Die Auslieferung eines Images wird geregelt; bis dahin ist der Quellcode der Weg.
Was sich für die Organisation ändert
Das Protokoll wird das der Organisation. Damit wandern auch die Entscheidungen darum herum: die Aufbewahrungsfrist, die Antwort auf ein Auskunftsersuchen nach der DSGVO und die Verantwortung für den Inhalt. Die Software hat dafür Einstellungen, die Abwägung bleibt bei der Organisation.
Die MCP-Adressen kennen keine Authentifizierung. Für öffentliche Daten ist das eine bewusste Entscheidung, aber eine aus dem offenen Internet erreichbare Installation kann von jedem abgefragt werden, auf das Abrufbudget und in das Protokoll der Organisation. Wer das nicht will, regelt die Abschottung im Netz oder im Reverse Proxy.
Auf die Bezeichnung der Umgebung achten. Eine Installation, die unter BesluitBron:Environment:Name "Production" heißt und von außen erreichbar ist, wird Suchmaschinen angeboten. Für eine interne Installation ist das selten beabsichtigt. Jede andere Bezeichnung verweigert die Indexierung, in robots.txt, in einer Kopfzeile jeder Antwort und in der Seite selbst.
Was nicht dabei ist
Kein Support, kein Servicelevel und kein Installationsdienst. Fragen laufen über das Forum, wie jede andere Frage zum Produkt. Wer den Dienst selbst betreibt, betreibt ihn selbst.